Erd-Minbari-Krieg

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Der Erd-Minbari-Krieg war ein von 2245 bis 2248 dauernder Krieg zwischen der Minbari-Förderation und der Erd-Allianz.

Inhaltsverzeichnis

Anlass

Anlass war ein tödlicher Irrtum beim ersten Zusammentreffen zwischen den Menschen und den Minbari. Die Prometheus, ein Schiff der Erdstreitkräfte, begegnete am 12. Juli 2245 im Verband mit der Hyperion und DSEV Amundson auf einer Erkundungsexpedition durch die Randgebiete des Minbari-Raumes dem Schiff des Grauen Rates, Valen'tha. Auf Seiten der Minbari konnte einzig Delenn die Spezies identifizieren. Beachtenswerterweise sei an dieser Stelle erwähnt, daß sich auch eine Gruppe von Seelenjägern an dieser Stelle des Weltraums befand. Die Valen'tha öffnete als übliche Geste des Respektes die Waffenluken, ohne auf die Prometheus zu zielen. Dukhat begriff zwar, dass diese Tradition gefährtlich war, konnte diesen Befehl jedoch nicht mehr rechtzeitig zurücknehmen. Da das irdische Schiff das minbarische Schiff nicht scannen konnte, nahm Captain Jankowski aufgrund dieser Geste auch feindliche Absichten an und befahl dem Waffenoffizier David McIntyre, das Feuer zu eröffnen. Die Valen'tha wurde schwer beschädigt, die anderen beiden Minbari-Schiffe zerstört, und der Führer der Minbari, Dukhat, dabei tödlich verwundet (siehe Schatten am Horizont, Das Traum-Orakel, Schmerzen der Erinnerung, Fernsehfilm Der erste Schritt und Roman Schatten des Todes).

Der Graue Rat war sich über die Gegenreaktion uneins, Delenns Stimme gab den Ausschlag für einen Gegenangriff. Direkt nach der Entscheidung wurden einige Begleitschiffe der Prometheus zerstört, ehe das Schiff selbst entkommen konnte. Zurück auf der Erde erklärte Jankowski, dass sie auf feindselige Wesen gestoßen seien, um seine Aktionen zu decken. Dies wurde allerdings in einer Untersuchung bald widerlegt und Jankowski seiner Aufgaben entbunden und degradiert. Die Erd-Allianz bot den Minbari seine Auslieferung an, dies wurde aber von den Minbari nicht akzeptiert.

Kurz nach diesem "feigen und niederträchtigen Angriff" auf ihre Schiffe und der Ermordung ihres Führers Dukhat erklärten die Minbari den Menschen den heiligen Krieg. Die Arbeiterkaste der Minbari unterstützte dies, die religiöse Kaste war sich anfangs aber noch unsicher, konnten jedoch nur unzureichende Einwände erheben, um die Initiierung des Krieges zu verhindern. Da Delenns Stimme den Ausschlag gab, rechnet sie sich Zeit ihres Lebens die Verantwortung für den kurz darauf beginnenden blutigen Krieg an.

Verlauf

Der erste Schlag gegen die Menschen war die Vernichtung der Kolonie auf Jericho 3. Bald danach folgten weitere Kolonien und Außenposten.

Michael Alfredo Garibaldi gelang es zu dieser Zeit, endlich von der Flasche loszukommen. Er meldete sich freiwillig und wurde mit einer Einheit auf einen Planeten versetzt. Mit in der Einheit war ein Irrer, der ständig behauptete, die Stellung wäre nicht sicher. Der Rest der Truppe nahm ihn nicht ernst, wurde jedoch eines Besseren belehrt, als der Feind die Stellung mühelos überrannte. Nur wenige überlebten.

Zur gleichen Zeit geschah etwas Ähnliches auf einem Mond, der einen Planeten umkreistem, auf dem die Minbari einen Kommandoposten errichtet hatten. Amis und seine Einheit, eine 47 Mann starke Aufklärungseinheit, die auf Kampfhandlungen nicht vorbereitet war, wurden von einem mysteriösen Krieger überfallen, der "wie ein heißer Wind" in die Stellung eindrang und "in einem Meer von Licht" vor den Soldaten auftauchte. Alle anderen wurden getötet, der Irre fiel als erster. Das Wesen übernahm Amis für einige Zeit, bis dieser auf gerade noch 85 Pfund abgemagert war. Danach wechselte es auf ein vorbeifliegendes Schiff, die Copernicus, über. Amis konnte gerettet werden, trug aber psychische Schäden davon.

Noch zu Beginn des Krieges gab es einen Versuch, Friedensverhandlungen einzuleiten. Der Narn-Botschafter G'Kar arrangierte ein Treffen, bei dem Lieutenant-Commander John Sheridan, Doktor Stephen Franklin, der Minbari Lenonn und G'Kar selbst anwesend waren. Die Centauri verhinderten einen positiven Ausgang mit einem Angriff, bei dem Lenonn getötet wurde.

Aus reiner Verzweiflung befahl die Erd-Allianz allen Ärzten, ihre Informationen über die Biologie der Minbari preiszugeben, um gegebenenfalls Biowaffen gegen den Feind entwickeln zu können. Stephen Franklin weigerte sich standhaft, da ihm alles Leben heilig war. Da er aufgrund seiner ausgedehnten Reisen jedoch weitreichende Aufzeichnungen besaß, wurde er inhaftiert.

Der einzig nennenswerte Sieg gegen die Minbari gelang indessen der Lexington. Bei einem Gefecht mit dem Flaggschiff der Minbari, der Drala Fi ("Black Star") wurde Captain Roger Sterns getötet und ein Großteil der beteiligten Flotte der Erdstreitkräfte zerstört, wobei auch Ganya Ivanov den Tod fand. Lieutenant-Commander Sheridan übernahm daraufhin das Kommando über das Schiff. Da es dem Ortungsoffizier unmöglich war, die Drala Fi anzupeilen, weil die Minbari eine hochentwickelte Tarntechnologie besaßen, konnten die herkömmlichen Waffen nicht angewendet werden. Sheridan versuchte es mit einer List, welche ihm bei den Minbari den wenig schmeichelhaften Spitznamen Sternenkiller einbrachte. Er ließ den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter verminen und sandte den Minbari ein gefälschtes Notsignal. Bei der anschließenden Explosion wurde die Drala Fi zerstört. Es sollte der einzige wirkliche Erfolg gegen die Minbari in diesem Krieg bleiben.

Ende

2248 waren nahezu alle Außenposten und Kolonien der Erd-Allianz von den Minbari erobert oder zerstört worden. Die Minbari bereiteten den letzten großen Schlag direkt gegen die Erde vor und flogen an den verbliebenen Kolonien auf Mars und Io vorbei, ohne diese anzugreifen. In der Battle of the Line boten die Erdstreitkräfte eine letzte Verteidigungslinie aus 20.000 Schiffen und 250.000 Soldaten auf, um möglichst vielen Bewohnern der Erde eine Flucht zu ermöglichen.

Kurz vor der endgültigen Niederlage der Menschen holte der Graue Rat unter Führung von Satai Delenn einen Menschen an Bord - offiziell, um mehr über eventuell versteckte Verteidigungssysteme zu erfahren. Inoffiziell war Delenn vom Vorlonen Kosh Naranek darauf hingewiesen worden, dass die Menschen der Schlüssel für den kommenden Schattenkrieg sind. So wurde der Kampfflieger von Jeffrey David Sinclair, welcher gerade das Flaggschiff rammen wollte, gewählt. Sinclair wurde an Bord geholt, verhört und vermutlich auch gefoltert und mit dem Triluminarium gescannt. Dabei entdeckte der Graue Rat, dass Sinclair die Seele eines Minbari besitzt - und noch mehr: die Seele ihres größten Führers Valen. Um das Ergebnis zu verifzieren, wurden weitere Menschen an Bord geholt - fast alle besaßen Seelen von Minbari. Da Minbari sich aber nicht gegenseitig töten, kapitulierte der Graue Rat bedingungslos, ohne jedoch dem Volk der Minbari die genauen Hintergründe jemals zu erläutern. Damit war - kurz vor der Vernichtung der Erde - der Krieg beendet. Von den in der letzten Schlacht anwesenden 250.000 Menschen überlebten nur 200, darunter Sinclair und David McIntyre.

Positionen anderer Mächte

Die meisten anderen Völker verhielten sich neutral. Die Liga der blockfreien Welten hatte von den Menschen bisher immer Unterstützung erfahren, fürchtete aber die Macht der Minbari.

Die Centauri-Republik lieferte mit Vermittlung des Botschafters auf der Erde, Londo Mollari, Waffen an die Erdstreitkräfte, bis es ihnen auf Grund des ebenfalls existierenden Handels mit den Minbari zu brisant wurde. Daraufhin wurden alle Waffenlieferungen eingestellt. Die Narn sprangen nach Vermittlungen des Botschafters G'Kar ein, forderten allerdings deutlich höhere Preise.

Die Vorlonen hatten zu einem der Völker offiziell Kontakt. Inoffiziell bestanden allerdings geheime Kontakte zu Delenn und anderen hochrangigen Minbari, da die Vorlonen die Menschen als Schlüssel für den kommenden Schattenkrieg betrachteten und den Krieg daher unbedingt beenden wollten.

Konsequenzen

Im Krieg kamen mehrere zehntausende Soldaten und Zivilisten auf Seiten der Menschen ums Leben. Die Minbari hatten auf Grund ihres technologischen Vorsprunges nur wenige Verluste aufzuweisen - größtenteils betraf dies Bodentruppen. Das einzige von den Menschen zerstörte Schiff der Minbari war die Black Star.

Die Ära der optimistischen Expansion der Erd-Allianz, welche bereits seit 2234 großteils beendet war, wurde durch den Krieg endgültig beendet.

Eine wichtige Konsequenz war die Gründung des Babylon-Projektes und damit der Bau der Babylon-Stationen, ursprünglich initiiert von Präsidentin Elizabeth Levy und ihrem Vizepräsidenten Luis Santiago, um künftig derartig verheerende Mißverständnisse zu vermeiden.

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